Kunst Raum Niederösterreich

Vienna Art Week 16 11 2017 18.00H - 20.00H

  © Jonatan Habit Enquist, Fleeting Territories Collective

DO 16 11 2017 im Rahmen der Ausstellung Flüchtige Territorien

18.00H Kurator_innenführung mit Maren Richter und Klaus Schafler

19.00H Performance von Peter Fend

 

18.00H Kurator_innenführung mit Maren Richter und Klaus Schafler
Betreten Sie gemeinsam mit den Kurator_innen Maren Richter und Klaus Schafler (un)bekannte Gebiete und weiße Flecken auf der Landkarte! In der Ausstellung „Flüchtige Territorien“ geht es um ein brandaktuelles Thema: Räume und ihre (geo)politischen, ökologischen und ökonomischen Aspekte. Die Kurator_innen Maren Richter und Klaus Schafler gestalten im Rahmen der Vienna Art Week eine performative Führung durch die von ihnen zusammengestellte Schau und zeigen künstlerische Investigationsarbeiten zu umkämpften Territorien auf der ganzen Welt. Die (virtuelle) Exkursion wird auch zu in Wien bekannten Orten führen wie dem Hafen Albern oder Rothneusiedl. Recht, Gesetz, Politik, Ökonomie, aber auch Emotionen spielen bei der Aneignung von Territorien eine wesentliche Rolle, zudem Faktoren wie Klimawandel, schwindender Lebensraum, (Neo)Kolonialismus, Utopien und Mythologien.


19.00H Performance von Peter Fend

„WIENER KONGRESS II“

Mit einem sehr jungen neuen Kanzler in Österreich und einem fast ebenso jungen neuen Regierungschef in Frankreich bedürfen die am Wiener Kongress 1815 getroffenen Entscheidungen einer Revision. Der französische Staatspräsident sprach von einer „Revolution“, der neue Kanzler verkündet „Es ist Zeit“.

Zeit wofür? Eine gänzlich neue Ausrichtung...Europas?

Alle bis auf eines der entscheidungsmächtigen Länder des Wiener Kongresses sind zu Republiken geworden. Die einstige Heilige Allianz der Königshäuser gehorcht nun den Prinzipien der Aufklärung. Doch diese Prinzipien wurden nicht in ganz Europa umgesetzt.

Die gravierendsten Bedrohungen sind heute ökologischer Natur. Klimawandel, das Verkommen der Weltmeere, der Rückgang der Artenvielfalt, Wüstenbildung oder Erdbevölkerungsexplosion – dies alles stellt für Europa und die ganze Welt eine ernsthafte Gefahr dar. Wie werden die neuen jungen Regierungsköpfe der einst Europa dominierenden Länder wie Österreich und Frankreich darauf reagieren? Ein bekannter Kommentator bezeichnete Deutschlands Angela Merkel als „Kaiserin von Europa“. Mit Österreichs Wahl von Kurz erscheint ein solcher Titel absurd.

Für die Schau „Flüchtige Territorien“ im Kunstraum Niederoesterreich schlug Peter Fend eine Neudenkung Napoleons vor. Was hatte das franko-italienische Militär-Genie mit Europa und in Folge der Welt vor? Fend bezog sich auf den ursprünglichen Namen der „Grande Armée“, nämlich „L'Armée des côtes de l'Ocean“. Hier fand er ein konsistentes Muster vor: Kontrolle über die Küsten von Halbinseln gewinnen, beginnend mit der Kontrolle der wichtigsten Flüsse. Napoleon hatte eine hydrologische Vision, aufbauend auf zwei Küstenlinien Europas. Diese zwei Küsten erstrecken sich auf beiden Seiten Europas als Halbinseln, „vom Atlantik bis zum Ural“. Der Golfstrom kommt vom amerikanischen Kontinent, teilt sich bei Brest auf und zieht entweder weiter nach Norden zur Arktis oder nach Süden und dringt dabei auch in das Kontinuum von Mittelmeer, Schwarzem und Kaspischen Meer und sogar bis zum Aralsee vor. Europa kann demnach auf hydrologischer Ebene organisiert werden.

Damit beruft sich Fend auf eine Zielsetzung der Revolution von 1789, vor ihrer Unterdrückung im Jahr 1815 und ihrem endgültigem Kollaps 1914. Längst entwickelte Ideen und Pläne können endlich ausgeführt werden – auch auf Grundlage der richtungsweisenden Konzepte von Marcel Duchamp, Joseph Beuys, Vertreter_innen der Earth Art oder den strukturalistischen Film- und Videoproduzent_innen. Diese beinhalten etwa: Ideen für eine Ökobesteuerung aus der französischen Aufklärung, für meeresschonende Wasserräder anstatt von Dämmen (vom französischen Ingenieur-Mathematiker Poncelet), für Meeresalgen statt Fossilien als Ressource für Kohlenwasserstoffe (wie es Frankreich 1970 vorantrieb, aber von diversen „Interessen“ blockiert wurde) sowie für Architekturen, die für Böden und Gewässer weit verträglicher als die jetzigen sind.

Die Performance beginnt mit einer neuen Euro-Banknote, auf der die Eurozone drastisch nach Osten und Süden ausgeweitet ist. Die Performance endet mit einem Plan für das österreichische Militär, um die tierreiche Savanne und den heutigen Rückzugsort für Wandertiere aus Europa – die Sahara –wiederherzustellen.

Fend zeigt, dass die größte Krise für die iberische Halbinsel nicht darin besteht, ob sich Katalonien abspaltet, sondern wie die langfristigen ökologischen und maritimen Zerstörungen verursacht durch hunderte von Dämmen wieder rückgängig gemacht werden können – wovor innerhalb Spaniens bereits 1794 gewarnt wurde.
Eine Lösung durch Aufteilung in Halbinseln demonstrierte Fend bereits anhand von Korea. Österreich könnte sich hier aktiv einbringen, da es als EU-Mitglied mit einer offiziellen Vertretungsfunktion in Japan ausgestattet wurde, das in der dortigen Krise sehr involviert ist.

 

Viele der vorgeschlagenen Aktionen könnten unter Kurz’ Führung vom „Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport“ ausgeführt werden.

ANTWORT AN MACRON, ANTWORT AN KIM, VORSCHLAG FÜR KURZ –  MIT IDEEN AUS DER KUNST

 

Peter Fend