Kunst Raum Niederösterreich

H13 2016: ANDREA MAURER 02 09 2016 - 03 09 2016

  © Andrea Maurer

Ausstellungsdauer: 02 09 – 03 09 2016

Performance und Preisverleihung am 01 09 2016:

17.00 - 21.00H Durational Performance
19.00H Preisverleihung
ab 21.00H Live-Act N.O.W., DJ-Set Andrea Salzmann


Die Gewinnerin des H13 Niederoesterreich Preises für Performance steht fest: Andrea Maurers Performance SELBSTZERLEGUNG überzeugte die H13-Jury durch ihren „konsequenten experimentellen Umgang mit Sprache, der sich aus einem Wechselspiel von Konstruktion und Dekonstruktion, aus Misstrauen Wörtern gegenüber und aus der Lust, den Dingen bis ins Detail auf den Grund zu gehen, generiert.“

Maurer reagiert in ihrer Arbeit auf unsere gegenwärtige gesellschaftliche und politische Situation, die die Künstlerin als krisenhaft wahrnimmt. In ihrer Antwort unterwirft sie Raum, Objekte und Sprache einer, mitunter auch komischen, Verzerrung.

SELBSTZERLEGUNG ist ein ausgedehnter Monolog, der inmitten und anhand von Zerlegungsarbeiten überdimensionierter Raumkonstruktionen stattfindet. Dabei hantiert Andrea Maurer mit Buchstaben, Wörtern und Sätzen gleichermaßen wie mit Holzgerüsten, Tischbeinen, Säge und Hammer: Nichts bleibt an Ort und Stelle. Es wird einmal da gelesen und gesägt, einmal dort gestottert, gemurmelt, gebohrt und gehämmert.

Maurer setzt sich den ins Wanken gebrachten Konstruktionen aus und wirft sich dabei buchstäblich in einen Monolog, der immer wieder von Neuem beginnt, der nie zu einem eindeutigen Ende kommt und der sich im Laufe der Performance wie von selbst selbstzerlegt.

SELBSTZERLEGUNG spricht von einer bruchstückhaften Sprache, von einer Sprache am Rande des Bedeutungskollaps, von den Unzulänglichkeiten unseres Sprachgebrauchs, aber auch von den Möglichkeiten immer wieder von Neuem zu sehen, was man sagt, obwohl man es nicht sagen kann.

(...) so wird getrennt und neu zusammengefügt, was im Grunde schon da ist, im Bestreben der Katastrophe noch ein paar Hieroglyphen abzugewinnen. (Hermann Burger, Ein Mann aus Wörtern)


Willkommen im Zerlegungspark der Andrea Maurer

Sechs bis 12 Stunden dauert die performative „Tour“, zu der Andrea Maurer ihr Publikum einlädt. Ähnlich wie Alice in Wonderland, der Gegenstände sowie Sprache aus der Fasson geraten, kann sich das Publikum in Maurers Themenpark der überdimensionierten Gegenstände bewegen, die sie während ihrer Performance de(kon)struiert.

 

Biographisches

Andrea Maurer (*1978 in Salzburg) lebt und arbeitet in Wien. Mit dem von 2007 bis 2013 bestehenden Kollektiv studio 5 hat sie zahlreiche Projekte umgesetzt, u.a. die Performances for a seated audience (2010), The End (2011), meaning meaning (2012) und den Experimentalfilm der springende Punkt (2013), die international gezeigt wurden. Für die Installation Gesprächsgegenstände (2013) wurde Maurer mit dem Landespreis für Medienkunst ausgezeichnet. Jüngere Projekte sind u.a. die Performances Poelstra stolpert, Maurer sägt (2014) und SURE I AM NOT (2016) in Kollaboration mit Frans Poelstra, das Stück numbers in pieces (2015), die 10 Tage umfassende Dauerperformance Die Baugrube beim Festival der Regionen 2015 und die Installation still yet already (2016). Maurer studiert seit 2009 Objektbildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste.

 

Der H13 Niederoesterreich Preis für Performance

Die Vergabe des Preises soll zur größeren Sichtbarkeit der Performancekunst beitragen. Der Kunstraum Niederoesterreich verschafft damit einer künstlerischen Sparte mehr Öffentlichkeit, die für Künstler_innen eine besondere Herausforderung darstellt, da Performances sich nicht im üblichen Sinne ausstellen und vermarkten lassen.

Der H13 ist der einzige in Österreich verliehene Preis für Performance. Seit 2015 ist er mit € 4.000,- dotiert, für die Performance am 01 09 2016 steht zusätzlich ein Produktionsbudget von € 2.000,- zur Verfügung.