Kunst Raum Niederösterreich

lesen [Literatur] 16 01 2015 - 14 03 2015

  © Petra Egg, "Fliege", zu einen Zitat aus dem Buch ÚLTIMO ROUND von Julio Cortázar

Teilnehmende KünstlerInnen:
Assunta Abd El Azim Mohamed, Hugo Canoilas, Clemens Denk, Petra Egg, Simon Häussle, Barbara Kapusta, Ute Müller, Annelies Oberdanner, Bernhard Rappold, Dorothea Trappel, Jakub Vrba, Flora Watzal

 

ERÖFFNUNG
15 01 2015, 19.00 H


Information ist allgegenwärtig, Wissen jederzeit verfügbar. Gleichzeitigkeit, Vernetzung, Multitasking und Erfolgsdruck auf vielen, wenn nicht allen, Ebenen scheinen unvermeidbar. Die tiefere Auseinandersetzung, das kontemplative Sich-Einlassen, der ausschließliche Fokus auf eine Thematik werden zunehmend schwieriger, wenn sie nicht unmittelbar der persönlichen Positionierung in einem alles bestimmenden Wettbewerb dienen. Zeit ist Geld, Time is Money, Effizienz unabdingbar.

Sprache, Literatur, Lyrik, Erzählung, Roman – es wird auch für Künstlerinnen und Künstler zum frivolen Luxus literarische Texte zu lesen, und das nicht im Kontext projektbezogener informativer Recherche, ohne Zwang zu Verwertbarkeit, ohne unmittelbare Notwendigkeit. Text und Buch, nicht Text und Internet, nicht Text und Kindle – ein weiterer Luxus der Aufmerksamkeit. Ein Buch „analog“ in Händen halten: das Gewicht, das haptische Gefühl des Blätterns, das Papier, der Geruch – der Kosmos der Produktion und Gestaltung.

In diesem Sinn wird in der Ausstellung lesen (Literatur) ein wesentlicher Fokus auf von den Künstlerinnen und Künstlern gelesene und ausgewählte Bücher mit Texten von zwölf Autorinnen und Autoren gerichtet. Zwölf kurze Text-Zitate in Originalsprache bilden die Grundlage der jeweils für die Ausstellung konzipierten künstlerischen Werke. Versuche einer atmosphärischen Annäherung, nicht Vereinnahmung und nicht Illustration. Verwandte Töne, inhaltliche Berührungen, konkret, abstrakt, poetisch.

Die ausgewählten Bücher liegen auf einem Büchertisch zur Ansicht und Anregung auf. Für die grafische Gestaltung der Text-Zitate für das Ausstellungsdisplay und den Katalog zeichnet der Grafiker und Schriftdesigner Willi Schmid verantwortlich. Zusätzlich gibt es im Katalog neben Beiträgen der Künstlerinnen und Künstler einen Essay des Schriftstellers und Musikers Martin Kubaczek.


Konzept: Ingeborg Strobl

Rahmenprogramm