Symposium zu Kunst im öffentlichen Raum

„… UNTER DEN OFFENEN HIMMEL DES GEMEINSINNS“

Friedrich Schiller, Ästhetische Erziehung des Menschen

Konzept: Christian Kobald
TeilnehmerInnen: Daniel Baumann, Kurator und Kritiker; The Bruce High Quality Foundation, Künstlerkollektiv; Giovanni Carmine, Kurator, Kunst Halle St. Gallen; Jeremy Deller, Künstler; Mona Hahn, Künstlerin und Dozentin Akademie d. bildenden Künste Wien; Eva Kernbauer, Kunsthistorikerin; Metahaven, studio for design research; Susanne Neuburger, Kuratorin, MUMOK Wien; Florian Waldvogel, Kurator, Kunstverein in Hamburg;

Zum Symposium erscheint eine Publikation/Dokumentation in deutscher und englischer Sprache.
Auftakt zu einer Reihe von Gesprächen zur Kunst im öffentlichen Raum initiiert von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich. Weitere Informationen unter www.publicart.at/gespraeche

 

Programm
1 Institutionalisierung [jüngere Entwicklungen in der Kunst im öffentllichen Raum; Herausbildung zur künstlerischen Disziplin; Professionalisierung, Ökonomisierung und Hybridisierung (= Andocken an institutionelle Strukturen)]

2 Instituitionalisierung und Figuren des »Öffentlichen« [Institutionalisierungsperspektiven und die »ästhetische Erziehung des Menschen«; Praktiken des »Öffentlichen«: Schule und/oder Intervention; die Kraft des Amateurismus]

Ablauf
(zwischen den Vorträgen finden jeweils Diskussionen statt, daher kann es zu leichten zeitlichen Verschiebungen kommen)

12.00 Mittagessen: Fördersuppe
13.00 Susanne Neuburger
14.00 Mona Hahn
15.00 Metahaven
16.00 Eva Kernbauer
kurze Pause
17.00 Giovanni Carmine
18.00 Jeremy Deller
19.00 Abendessen
20.00 Daniel Baumann
21.00 Florian Waldvogel
22.00 The Bruce High Qualitiy Foundation
ab 23.00 Dj Nicolas Jasmin

Kochen: Schorsch Böhme
Konzept und Moderation: Christian Kobald

Kunst im öffentlichen Raum entsteht heute meist nicht aus einer spontanen künstlerischen Aktivität oder aus singulären politischen und gesellschaftlichen Anliegen der KünstlerInnen heraus, sondern findet innerhalb eines institutionellen Rahmens statt, ist von einer konstanten Förderpolitik getragen und wird von einem akademischem Diskurs-, Dokumentations- und Vermittlungsprogramm begleite

Ist die Subversion, die kritische Kunst im öffentlichen Raum einmal kennzeichnete, jetzt verspielt? Was bewirkt der international erfolgreiche, jetsettende Kurator oder Künstler in der Provinz?

Vielleicht kann man heute zwei bestimmende Formen einer kritischen Praxis des »Öffentlichen« ausmachen: Aktivistische Kunst mit engagierten Community-Projekten oder Interventionen (zwischen Jeremy Deller und WochenKlausur) und ein Modell des Edukativen, der »Schule« (Manifesta-Schule, »unitednationsplaza«, »Night School«/»Museum as Hub«, Institutionen wie Cubitt, Casco und BAK).

Es sind zwei konkrete Modelle, die beide ein aufklärerisches ästhetisches Erziehungskonzept fortsetzen, um sich dem Öffentlichen in der Kunst zu nähern und ein »Heute« und ein kollektives »Wir« zu befragen.

Im Fall der »Schule« unter Verwendung von akademischen Formen der Vermittlung (z.B. Seminarform, Symposien, Vorträgen/Informances), im Fall des Aktivismus mit den Formen der Intervention und des Amateurismus – einer Kunst des Handlens.

Warum prägt sich die Gestalt des Öffentlichen in diesen beiden Formen aus? Wie hängen diese beiden Formen zusammen? Eine weitere grundsätzliche Fragestellung ist: Was ist überhaupt das Öffentliche in der Kunst; wie hängen moralisch-politischer Fortschritt und ästhetische Form zusammen; wie zeigt sich die Auseinandersetzung mit dem Öffentlichen in einer künstlerischen Praxis? Und was ist die Bedeutung dieser künstlerischen Praktiken des Öffentlichen in einem institutionalisierten Kontext?


Zu den TeilnehmerInnen

Susanne Neuburger (*1953) initiierte zu Beginn der 90er Jahre ein 5jähriges Projekt für die Wiener Festwochen im öffentlichen Raum (u.a. Lawrence Weiner / Flakturm Esterhazypark). Sie war sechs Jahre Mitglied der Jury Kunst im öffentlichen Raum NÖ. Heute ist sie Kuratorin am MUMOK, Wien.

Mona Hahn (*1968) ist Künstlerin und realisierte zahlreiche Kunst am Bau Projekte. Sie ist Dozentin für »Kunst im öffentlichen Raum« an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Metahaven ist ein Forschungs- und Designbüro in Amsterdam und Brüssel, das im Zwischenbereich von Grafikdesign, Architektur und Kunst arbeitet. Ihr jüngstes Projekt ist "Stadtstaat", ein fiktives Szenario für das Verbinden der zwei Städte Stuttgart und Utrecht.

Eva Kernbauer (*1975) studierte Kunstgeschichte und Architektur und dissertierte über die Entstehung des Öffentlichkeitsbegriffs im 18. Jahrhundert. Sie ist Assistentin am IKG Universität Bern.

Florian Waldvogel (*1969) kuratierte unter anderem 2004 »Nizza Transfer«, ein Projekt im öffentlichen Raum am Frankfurter Mainufer zu Urbanismus, Stadttheorie und Jugendkultur. Er war Co-Kurator der manifesta 6 in Nicosia und leitet heute den Kunstverein Hamburg.

Jeremy Deller (*1966) ist Künstler, der in seinen Projekten kollaborativ auch außerhalb des Kunstkontexts arbeitet. Das »Folk Archive«  (gemeinsam mit Alan Kane) etwa ist eine Sammlung zeitgenössischer Volkskunst. 2004 bekam er den Turner Prize.

Daniel Baumann (*1967) ist Kurator und Kunstkritiker, u.a. für spike, Parkett, Camera Austria, Flash Art. Er ist Projektleiter von Nordtangente-Kunsttangente, ein Projekt für Kunst im öffentlichen Raum in Basel, Mitbegründer des Ausstellungsraums New Jerseyy und kuratiert eine fortlaufende Ausstellungsreihe in Tbilisi, Georgien.

Giovanni Carmine (*1975) kuratierte zahlreiche Ausstellungen und war Teilnehmer an der Biennale de Lyon und der Biennale di Venezia. Zusammen mit Thomas Boutoux konzipierte er etwa die Ausstellung »A Town (Not a City)«, die sich mit der »Mittelstadt« und ihrer Lage zwischen globalem Anspruch und Peripherie beschäfigte. Er ist Leiter der Kunst Halle St. Gallen.

The Bruce High Qualitiy Foundation ist ein New Yorker Künstlerkollektiv, deren Mission Statement lautet »eine Alternative zu allem darzustellen«.

Christian Kobald ist Künstler, Redakteur von spike art quarterly und betreibt gemeinsam mit Severin Dünser den Ausstellungsraum COCO in Wien. Er ist Mitglied der Jury Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich.

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