Sa, 18.04.2020, 11:00 – 15:00 Uhr
Bending over Backwards. Hysterical Performances
Performance-Workshop von Johanna Braun

 

In Bending over Backwards. Hysterical Perforances beschäftigt sich die Künstlerin und Kulturwissenschaftlerin Johanna Braun mit der Performanz von Hysterie, wie sie in das berühmte Bildarchiv des französischen Hysterieforschers Jean-Martin Charcot einging. Das Bild des "hysterischen Brücken" schlagenden Körpers wurde danach zu einem ikonischen Bild in der Populärkultur des 21. Jahrhunderts und brachte das Bild der unkontrollierbaren Frau im Horrorfilm auf den Punkt. Johanna Brauns Performance-Workshop im Kunstraum Niederoesterreich geht sowohl von ihrer künstlerischen Praxis als auch von den Ergebnissen ihres Forschungsprojekts zur Performance der Hysterie, dem sie im Zuge eines FWF-Erwin-Schrödinger Stipendiums für PostDoc zuerst an der UCLA und dann an der Stanford University nachging, zusammen.


In Bending over Backwards arbeiten die Teilnehmer_innen und die Künstlerin gemeinsam an Fragen der Verkörperung von Gender, Wahnsinn und gegenwärtigen politischen Diffamierungen. Ebenso thematisiert wird die kulturelle Renaissance der Hysterie in unserer Gegenwart und die Transformation von Charcots Bildern – die der historischen und künstlerischen Annahme folgten, Hysterie sei eine non-verbale Körpersprache, die “images of symptoms” produziere (Luce Irigaray 1977/1985). Der „hysterisch“ gebogene Körper wird dabei Ausdruck einer zeitgenössischen Bildsprache, die u.a. in den sozialen Medien als künstlerisch und politisch-motivierte Geste erlebbar wird.

 

Johanna Braun, Künstlerin, Kuratorin, Kulturwissenschaftlerin und FWF-Erwin Schrödinger PostDoc Fellow [J 4164-G24] an der University of California, Los Angeles, Stanford University und der Universität Wien. Braun schloss ihr Diplomstudium der Bildenden Kunst (2004–2008) und das Doktoratsstudium der Philosophie (2012–2015) an der Akademie der bildenden Künste Wien ab. Ihre interdisziplinäre Forschungsarbeit wurde mit Projektstipendien des Bundesministeriums für Kunst und Kultur (2014, 2015, 2017, 2019), einem Emanuel-und-Sofie-Fohn Stiftungsstipendium (2015) und einem Forschungsstipendium der Stadt Wien (2016) ausgezeichnet. 2017 publizierte Braun ihre Monographie All-American-Gothic Girl: das Gerechtigkeit einfordernde Mädchen in US-amerikanischen Erzählungen (Passagen Verlag), hat 2016 den künstlerisch-philosophischen Sammelband Beschwörungsrituale (Turia+Kant) herausgegeben, ist in zahlreichen Kunstkatalogen, Sammelbänden, Journalen und internationalen Ausstellungen vertreten. 2020 erscheint der von Braun herausgegebene Sammelband Performing Hysteria. Images and Imaginations of Hysteria (Leuven University Press). (www.johannabraun.com / www.performing-hysteria.com)

 

Aufgrund beschränkter Teilnehmer_innen-Anzahl (max. 15 Personen) bitten wir um Anmeldung unter .

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