Der Neologismus re_silly_ence ist das Motto des Kunstraum Niederoesterreich im Jahr 2021. Das Konzept der Resilienz ist angesichts der Herausforderungen des vorangegangenen Jahres in aller Munde. Es beschreibt die Fähigkeit eines Individuums oder eines Systems mit Krisen so umgehen zu können, dass seine Funktionsweise – sei es die psychische Gesundheit während des Lockdowns oder die Resilienz einer Infrastruktur im Falle eines Hochwassers – Krisen entweder standhalten kann, oder zeitnah wiederhergestellt wird. Wir alle wollen technologisch „smarte“, resiliente Systeme. Doch ist ein resilientes System nicht nur ein System, das jegliche Art der Weiterentwicklung ausschließt? Der Titel re_silly_ence kontrastiert den gesellschaftlichen Wunsch nach Resilienz und Unzerstörbarkeit, der mit immer mehr Neuheiten und technologischen Errungenschaften einhergeht, die dieses System erhalten sollen.

 

Diese Thematik zieht sich wie ein roter Faden durch unser Jahresprogramm. Die Gruppenausstellung Life constantly escapes (Eröffnung am 25.02.2021), die unser Jahresprogramm 2021 einleiten wird, untersucht die Idee des widerständigen Lebens, angeleitet von Theoretiker_innen der Black Radical Tradition. Sie unterläuft das Stehaufmännchen-als-System-Prinzip des Resilienzbegriffs, indem sie die Frage nach dem radikal Neuen eröffnet. Die Duo-Ausstellung puzzled (Eröffnung am 10.06.2021) fragt mit den künstlerischen Positionen von Susanna Flock und Xénia Laffely nach dem Motiv der (digitalen Soll-)Bruchstelle. Beide Künstlerinnen untersuchen Leerstellen und Bruchmomente anhand ihrer je spezifischen Auseinandersetzung mit digitalen Bildern.  Die Ausstellung des Kollektivs The Golden Pixel Cooperative, Wake Words (Eröffnung am 30.09.2021), schließt das Jahresprogramm 2021 mit unterschiedlichen Zugängen zum Begriff der Voice Recognition ab, der einerseits im Sinne der Sprachassistenz-Dienstleistungen im Internet der Dinge und andererseits als stimmliche und vielleicht auch politische Anerkennung reflektiert wird.

 

2021 feiert der Kunstraum außerdem seinen 16. Geburtstag. Wir begehen dieses Jubiläum mit einer Performance-Reihe unter dem Titel Sweet Sixteen, die aus drei unterschiedlichen Produktionen bestehen wird: mit Performances von Fanni Futterknecht, Claudia Lomoschitz und Elisabeth Bakambamba Tambwe.

 

Wie jedes Jahr gibt es ein intensives, niederschwelliges Vermittlungsprogramm, bestehend aus Führungen, Workshops und Performances, das sowohl vor Ort im Kunstraum als auch online stattfinden wird.

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