Life Constantly Escapes

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Ausstellung

Eröffnung und Laufzeit der Ausstellung werden ehestmöglich bekannt gegeben!
 

Die kapitalistische Moderne ist eine sozio-ökologische Katastrophe, ein ständiger Angriff auf das Leben. In ihrem Zentrum stehen bestimmte Seinsweisen, bestimmte Formen der Subjektivierung und des Weltverhältnisses, die Menschen vom Material der Welt abtrennen und in eine extraktive, Nutzen-basierte Relation zur ihr stellen. 

Theoretiker_innen, Poet_innen und Künstler_innen der Black Radical Tradition wie auch queere, feministische und indigene Stimmen kritisieren diesen gewaltvollen Prozess seit langem. Unter Ersteren spricht etwa Fred Moten, neben Saidiya Hartman oder Denise Ferreira da Silva, über Blackness. Beschrieben ist damit eine soziale Kraft, die der Moderne vorausgeht, ihr entgegensteht und sie übersteigt. Blackness ist untrennbar mit der Nötigung und Brutalität verbunden, mit der sie als soziales Leben und als behauptetes Attribut schwarzer Personen verfolgt wird. Darin wird die Gewaltförmigkeit der modernen Logik überdeutlich sowie ihr Begehren, Sein festzulegen und Trennlinien um Selbst und Andere, Mensch, Welt, Land, Tierreich oder Natur zu ziehen. Moten, Hortense Spillers, Ferreira da Silva und indigene Autor_innen stellen diese Vorstellungen radikal in Frage. Sie eröffnen ein Jenseits der Moderne, dem es sich, angesichts der globalen Notstände und Konflikte, dringend zu widmen gilt.

Was geschieht nun, wenn der Raum der zeitgenössischen Kunst sich diesem Jenseits verschreibt? Wenn er nicht durch die gelebten Konzepte von Welt, Mensch oder Subjektivität organisiert wird? Das ist Ferreira da Silvas Frage und ihr widmet sich die Ausstellung. Als Zelebrieren dessen, was unter dem Korsett der Moderne schwelt und pocht, was vor ihren Begrenzungen kommt und über sie hinausgeht, was aus purer Notwendigkeit ihrem Zugriff entflieht und dabei eine andere Welt eröffnet. Wo trotz aller Widrigkeiten Alternativen aufblühen: eine Party, ein Garten, ein Reigen. Wo die Besucher_innen als Raum durch den Raum schreiten, eine Skulptur zum Teil des Körpers wird, ein Klang an der Wand und an der Haut entlangstreicht und als Stich unters Herz fährt. Wo Subjekte zu Objekten werden und Objekte zu Subjekten und in der geteilten Materialität aller indirekt und direkt Anwesenden eine gebrochene Schönheit entsteht.

 

Gastkuratorin: Andrea Popelka

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